Labyrinthe

 

Aktuell: Das Gemüselabyrinth in Laaber von 2009 bis 2011

 

Was versteht man eigentlich unter einem Labyrinth?

 

Seit Jahrtausenden wird es in Felsen und Ton geritzt, mit Steinen auf den Boden gelegt, in Handschrift gezeichnet und auf Münzen geprägt. Das Labyrinth ist eines der ältesten Symbole der Menschheit. Labyrinthe kommen in allen Kulturen und Zeiten vor und die Gegenwart ist dabei, sie neu zu entdecken. Und noch immer geben sie uns viele Rätsel auf. 

Das Labyrinth ist ein Rätsel, ein heiliges Zeichen, ein uraltes Symbol. 

(Gernot Candolini) 

Weitere Definitionsversuche: 

Was bedeutet das Labyrinth für mich? 

 

Wie kam ich dazu? 

Ich weiß nicht mehr genau, wodurch ich zum ersten Mal auf das Symbol des Labyrinthes aufmerksam wurde. Auf einmal war es da und faszinierte mich. Dann habe ich mich immer mehr theoretisch damit beschäftigt und machte zahlreiche "Erfahrungen" durch das Begehen unterschiedlicher Labyrinthe. 

Diese Seite sagt nun auch viel über meine spirituelle Weltanschauung aus. 

 

Erfahrung: 

Ein Labyrinth ist wie der Lebensweg, man weiß nie, was hinter der nächsten Biegung kommt. Es geht darum, lebendig zu sein. Ich habe mir vor vielen Jahren in einem nahe gelegenen Wald  aus Naturmaterialien ein begehbares Labyrinth angelegt, das ich immer wieder mal begehe und pflege. Ein Labyrinth zu begehen bedeutet für mich eine Art meditatives Orakel: das Nachdenken und -spüren über eine bestimmte Lebensfrage, die mich gerade beschäftigt und die ich mir vor dem Betreten des Labyrinthes konkret stelle. Die Antwort suche ich dabei nicht im außen, sondern dadurch, dass ich zu meiner Mitte finde. Die Bilder, die mir auf dem Weg durchs Labyrinth in den Sinn kommen, geben mir wertvolle Hinweise. Auf dem Weg umkreise ich in verschiedenen Abständen meine Mitte – der Abstand wird größer und kleiner. Ich betrachte meine Frage – bzw. mich selbst – aus unterschiedlichen Perspektiven. Meistens höre ich beim Betreten der Mitte einen Satz in mir, der mir weiterhilft. 

 

Überzeugung: 

Labyrinthe stehen für mich als Symbol matriarchaler Lebensformen, für das Wissen um Werden und Vergehen, Tod und Wiedergeburt. Hier ist der Weg das Ziel und frau kann sich nicht verlaufen. Matriarchal bedeutet für mich beispielsweise: frau erforscht die Natur um sich ihr anzupassen. Im Gegensatz dazu sehe ich einen Irrgarten als Symbol der patriarchalen Lebensform. Diese ist eher bestimmt von linearem Denken, ohne die Zusammenhänge zu erkennen. Man kann sich verirren und die Natur wird in erster Linie erforscht um sie zu beherrschen.

 

Vorträge: 

In Bochum (2000) und Darmstadt (2001) hielt ich Vorträge zum Thema: 

"Wie kommt die Doppelaxt ins Labyrinth?"

Das Skript ist hier zu finden! 

 

Kreative Inspiration: 

Das Thema hat mich schon zu vielen Werken inspiriert, die sich auch auf dieser Website finden. 

Um langes Suchen zu vermeiden, hier die wichtigsten:

 

       
       
        Die Fülle

5/03

Als mich die Last der vielen ungemalten Bilder, Aufträge und Skulpturen in mir wieder einmal zu erdrücken drohte, befragte ich das Labyrinth, was ich mit diesem Gefühl tun solle. Als Antwort kam: no worries, denn sobald ich eine kreative Idee habe, existiert dieses Bild davon ja in meiner Phantasie tatsächlich – und das reicht. Ob das Bild dann umgesetzt und somit für andere deutlich wird oder nicht, ist gar nicht so wichtig.

Auf diesem Bild sind ein paar meiner Ideen zu sehen, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht umgesetzt waren - es aber zum Teil mittlerweile sind. Diese Ideen strömen wie durch einen Trichter auf mich ein und das Bild, das ich hier eben gemalt habe, liegt als einziges fertig rechts unten neben mir ...

       
       

Modell eines begehbaren dreidimensionalen Labyrinthes

Material: Kork auf Holzscheibe

Durchmesser ca. 40 cm

12/99

 

       

Das dreidimensionale Labyrinth

 

12/99
ca. 18 cm x 18 cm x 18 cm

rosa Speckstein

 

Ein Jahrtausende altes Symbol mit zahlreichen Be-Deutungen.
Es gibt nur einen Weg von außen/unten nach innen/oben.
Mal geht er weiter hinauf und in die Mitte – mal entfernt er sich wieder mehr nach außen und unten.
Schließlich ist frau oben angekommen –
nicht beim Minotaurus sondern bei sich selbst.
In der Mitte des Labyrinthes – dem Temenos – ist auch der Ort der Labrys (besser bekannt als Doppelaxt).
Die Labrys ist ein Symbol des Schmetterlings und der Mondphasen, also der Verwandlung.
Denn in der Mitte des Labyrinthes geschieht Verwandlung – Tod und Wiedergeburt.
Dann geht es auf dem gleichen Weg wieder hinab und hinaus.
Nachdem sie sich selbst begegnet ist, ist keine mehr die, die sie vorher war.

 

 

 

Tonlabyrinthe

Die Tonlabyrinthe sind dem obigen "Dreidimensionalen Labyrinth" aus Speckstein nachgebildet.

bestellbar

Sonstige Inspirationen: 

Strandlabyrinth in Australien

Im November 2002 war ich vier Wochen allein in Australien. 

An diesem Strand machte ich mir dieses Labyrinth aus meinen eigenen Fußspuren. Als ich in der Mitte ankam und hochsah, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben Delphine! 

 

 

Sandlabyrinth

Um das obige dreidimensionale Labyrinth aus Speckstein bildhauern zu können, (mein räumliches Vorstellungs- vermögen ist nicht das genialste...) musste ich mir erst einmal ein Modell im Sandkasten des Donaustaufer Fürstengartens bauen. 

Sehr zur Verwunderung der Vorbeigehenden! 

 

 

Gummibärchen-Labyrinth

manche Labyrinthe können auch ganz lecker sein! 

Mehr Infos

Sehr schön finde ich, dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von öffentlichen Labyrinth-Plätzen entstanden ist, die – meist von Frauengruppen betreut – dazu dienen, dieses wundervolle alte Symbol in unsere Welt zu bringen und die Erfahrung damit wieder möglich zu machen.

Bücher zum diesem Thema sind bei mir in der Bibliothek kostenlos ausleihbar.

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